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Kopfschmerzen

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in der Bevölkerung.

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen. Bei primären Kopfschmerzen ist der Kopfschmerz selbst die Erkrankung (z. B. Migräne, Spannungskopfschmerzen, Clusterkopfschmerzen). Sekundäre Kopfschmerzen sind ein Symptom einer anderen Erkrankung (z. B. Blutungen oder Entzündungen im Gehirn oder am Schädel). 

In unserer Praxis ermitteln wir mit Ihnen gemeinsam, an welcher Art Kopfschmerzen Sie leiden und planen Ihre individuelle Therapie.

Das Gehirn selbst ist nicht schmerzempfindlich, denn es besitzt keine Schmerzrezeptoren. Aber es steuert die Kopfschmerzen bzw. löst diese aus. Die Schmerzen selbst gehen von den Blutgefäßen oder den Hirnhäuten aus.

Bei einem Migräneanfall zeigen die Hirnzellen, die den Anfall auslösen, eine Veränderung in der elektrischen Ladung. Auf diese Veränderung reagieren die Hirnhäute und die Blutgefäße des Gehirns mit einem nicht-infektiösen Entzündungsprozess. Dieser führt zu den Schmerzen.

Es gibt keine apparative Untersuchung, die eine bestimmte primäre Kopfschmerzform nachweist. Diese Untersuchungen dienen lediglich dem Ausschluss einer sekundären Kopfschmerzform (das betrifft etwa 8 Prozent aller Kopfschmerzsyndrome).

Um zu einer genauen Diagnose zu gelangen, befragen wir Sie ausführlich zu Ihrer Krankengeschichte (Anamnese) und führen eine neurologische Untersuchung durch.

Wir fragen genau nach Lokalisation, Dauer, Intensität, Art und Häufigkeit der Kopfschmerzen, sowie eventuelle Begleitsymptome. Außerdem fragen wir nach bereits bekannten Erkrankungen. Anhand einer solchen differenzierten Anamnese können wir meistens bereits primäre von sekundären Kopfschmerzen unterscheiden und auch eine zugrunde liegende Erkrankung bei sekundären Kopfschmerzen herausfinden.

Die häufigste Kopfschmerzform ist der Spannungskopfschmerz. Neun von zehn Menschen leiden gelegentlich daran, manche Menschen öfter.

Migräne steht an zweiter Stelle. Circa jeder zehnte Mensch in Deutschland leidet an Migräne. Ihre erste Attacke erleben die Meisten in der Kindheit oder als Teenager. Migräne kann Menschen jeden Alters treffen.

Frauen sind bei allen Kopfschmerzsyndromen stärker betroffen als Männer.

Eine Migräneattacke verläuft oft in mehreren Phasen. Im Mittelpunkt steht jedoch für die meisten Patienten der anfallsartig auftretende starke Kopfschmerz. Der Schmerz ist stechend, pochend und häufig einseitig.

Oft kommen starke Übelkeit und Erbrechen hinzu. Die Patienten können ihre Aktivitäten nicht weiterführen. Sie sind während der Kopfschmerz-Phase so lärm- und lichtempfindlich, dass sie sich in einen abgedunkelten und lärmgeschützten Raum zurückziehen. Körperliche Aktivität verstärkt die Attacke.

Alkohol und Rauchen können Migräne-Kopfschmerzen auslösen. Viele Migränepatienten vertragen insbesondere Rotwein sehr schlecht. Auch Stress und hoher Medienkonsum tragen zu Migräneattacken bei.

Wenn Sie bei sich Auslöser erkannt haben, ist es hilfreich, Ihren Lebensstil anzupassen. Oft können Sie durch eine Strukturierung des Tagesablaufes und Ernährungsumstellung mehr erreichen als durch alle Medikamente. Es ist außerdem durch mehrere Studien belegt, dass Ausdauersport die Häufigkeit von Migräneattacken reduzieren kann.

Tatsächlich gibt es keine Schmerztherapie „von der Stange“.

Während der Migräneattacke selbst kommen reguläre, entzündungshemmende Schmerzmittel und die sogenannten Triptane zum Einsatz. Diese Medikamente können die Ausschüttung der Botenstoffe hemmen und so die Symptome eines Migräneanfalls abmildern.

Wenn bei Ihnen mehr als drei bis vier Migräneattacken pro Monat auftreten oder Sie durch besonders heftige und lange Attacken beeinträchtigt sind, kann eine Dauertherapie zur Vorbeugung (Prophylaxe) von Migräneanfällen notwendig sein. Insbesondere dann, wenn Ihnen berufliche oder soziale Konsequenzen aufgrund der Erkrankung drohen. Für die Migräneprophylaxe gibt es eine Vielzahl von effektiven Medikamenten.

Wir suchen mit Ihnen die passende Therapieform.

Der Begriff “Spannungskopfschmerzen” fasst die Kopfschmerzformen zusammen, die die ältere Literatur auch als Stress-Kopfschmerzen bezeichnet. Sie sind die häufigste Kopfschmerzform.

Spannungskopfschmerzen haben einen dumpf-drückenden Charakter. Sie werden wie “ein Eisenband, das um den Kopf geschnürt ist“ oder so, als ob “der Kopf in einen Schraubstock eingespannt sei“ empfunden. Andere Patienten beschreiben sie als “Gefühl der Benommenheit“ oder als “Gefühl, nicht klar denken zu können“. Unter körperlicher Belastung oder Lagewechsel nehmen die Kopfschmerzen nicht zu.

Viele Patienten sind zwar von diesen Kopfschmerzen beeinträchtigt, können aber ihre täglichen Aufgaben trotzdem wahrnehmen.

Wenn Sie an Spannungskopfschmerzen leiden, ist eine gezielte Entspannung der richtige therapeutische Weg.

Das inzwischen am weitesten verbreitete Verfahren zur Entspannung ist die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen. Sie ist leicht erlern- und anwendbar. Zunächst lernen die Patienten dabei einzelne Muskelgruppen zu aktivieren und wieder zu entspannen. Danach üben sie, dieses Entspannungsverfahren auch in stressreichen Situationen anzuwenden.

Der Therapeut geht im Rahmen des Stressbewältigungstrainings mit dem Patienten den gesamten Tagesablauf durch. Er zeigt auslösende Situationen auf und versucht gemeinsam mit dem Patienten spezifische Bewältigungsstrategien zu erarbeiten.

Mehrere Studien haben einen positiven Effekt von Ausdauersport auf die Zahl der Kopfschmerztage pro Monat nachgewiesen. Deshalb empfehlen wir Ihnen als nicht-medikamentöse Therapie Ausdauersportarten, wie Joggen, Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking.

Therapeutisch kommen Schmerzmittel zum Einsatz.

Häufig hängen Spannungskopfschmerzen mit seelischer und körperlicher Anspannung zusammen. Deshalb können auch Antidepressiva hilfreich sein. Allerdings in einer deutlich niedrigeren Dosierung als bei der Depressionstherapie.

Auch psychotherapeutische Therapieverfahren wirken oft unterstützend.